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84. Grundschule Dresden | |||||||||||||||
| "In der Gartenstadt" Dresden-Hellerau | ||||||||||||||||
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Geschichte der Schule in HellerauDer geschichtliche Abriss basiert auf der Festschrift zum 80- jährigen Bestehen der Schule 1994. Gründung der Gartenstadt Hellerau - Volksschule während des I. WeltkriegesDie erste Grundsteinlegung in Hellerau erfolgte am 1. April 1909. Hellerau gehörte zum Schulbezirk
Klotzsche. Die Grundschüler gingen in die "Alte Klotzscher Schule" auf der Hauptstraße. Die älteren
hatten einen weiteren Schulweg bis nach Klotzsche - Königswald oder in die Gymnasien in Dresden.
Sehr früh schon gab es in Hellerau eine höhere Schule, die nach Zunahme der Schülerzahlen
unterschiedliche Gebäude nutzte.
Seit 1912 befasste sich der Verein Bürgerschaft mit dem Bau einer Volksschule für Hellerau.
1913 wurden Pläne des Hellerauer Architekten Kurt Frick für den Schulneubau vorgestellt und gelobt.
Am 14. Juni 1913 erfolgte die Grundsteinlegung, nach knapp 7 Monaten Bauzeit fand am 7. Januar 1914
die Schulweihe statt. Es war zunächst eine Volksschule, die sich in ihren Lernprogrammen von den
anderen Volksschulen nur durch die Einführung des Rhythmikunterrichtes unterschied.
Der moderne, klar gegliederte Schulbau bot sehr gute schulhygienische Voraussetzungen und reichhaltige
Möglichkeiten, lebensnahen Unterricht durchzuführen. Während des Krieges fand nur stark verkürzter
Unterricht statt. Reformbestrebungen an der Hellerauer VolksschuleNach dem Krieg begann sich langsam das Schulleben zu normalisieren. Von Anfang an verstand sich
die Volksschule aber auch als soziale Einrichtung, die auf ihre Weise manche Not lindern half. Es
herrschte das Klassenlehrerprinzip vor. Fachlehrer gab es nicht.
Auf pädagogische Reformbestrebungen in Hellerau aufmerksam gemacht, kamen begeisterungsfähige junge Lehrer an die Schule, die den späteren Ruf als bedeutende sächsische Reformschule begründeten: Willy Steiger, Max Nitzsche, Helmut Gröger, Rudolf Wittig und Wilhelm Grampp. Im Bewusstsein der schlimmen Erfahrungen, die der Weltkrieg mit sich gebracht hatte, im Erkennen der sozialen Forderungen, die sich aus den Kriegsfolgen für die Eltern und Kinder ergaben und in Anlehnung an die Bemühungen der anderen Hellerauer Schulen (Rhythmikschule von Emile Jaques - Dalgroze im Festspielhaus), wollten diese Reformlehrer das Bestmögliche für die tun, die es am nötigsten hatten und aus verschiedenen Gründen nicht den Weg zum Gymnasium gehen konnten. Nicht alle Lehrer der Hellerauer Schule schlossen sich den Reformbestrebungen an, aber sie tolerierten sie. Wirtschaftliche Not in den zwanziger Jahren liess die sozialen Aufgaben der Schule immer bedeutungsvoller werden. Mehr und mehr war der lebensverbundene Unterricht zugleich eine Art Methodik im Überlebenskampf. Schulfeste im Jahreslauf und im Schulgeschehen wurden geschaffen. Die Schule wurde als Arbeitsschule bekannt. Im Schulgebäude war zeitweilig auch eine Berufsschule untergebracht. Zahlreiche Publikationen machten die Hellerauer Schule bekannt, viele Besucher, Lehrer aus dem Ausland kamen, um die Bemühungen der Reformpädagogen zu erleben. Mitte der zwanziger Jahre begann die Zeit der Wanderungen und Klassenfahrten und der verstärkten praktischen Arbeit. Gegen Ende der zwanziger Jahre wurde die Freizügigkeit der pädagogischen Arbeit durch die Schulbehörde immer weiter eingeschränkt, so dass die Reformbestrebungen schon vor der Zeit des Nationalsozialismus kaum noch hervorgehoben wurden. Die Zeit des NationalsozialismusMit Machtergreifung des Nationalsozialismus wurden alle Reformlehrer entlassen, der Schulleiter Gröger verhaftet. Der den Reformbestrebungen ablehnend gegenüberstehende Lehrer Haase wurde neuer Direktor. Der Lehrer Haase und Rödenbeck kannten alle liberalen Bestrebungen und deren Wurzeln, entsprechend wirkungsvoll war ihre Bildungs- und Erziehungsarbeit im völkischen Sinne. 1937 wurde das Festspielhaus Kaserne. Damit wurde die musisch - künstlerische Arbeit in Hellerau weiter erschwert.Der Krieg mit seinem Leid brachte stets wechselnde Lehrer und nur zaghafte Versuche einzelner, individuell künstlerische Betätigung in den Unterricht einzubringen. Nach weiteren Einschränkungen gab es zu Kriegsende keinen Unterricht mehr. Am 13. Februar 1945 wurde durch den Bombenangriff auf Dresden die Schule zum Notlager für Ausgebombte.
Am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht. Kommandeure der Roten Armee bestimmten die
Wiedereröffnung der Schule. Herr Nitzsche wurde als Schulleiter eingesetzt. Einige alte Lehrer
kehrten zurück, Neulehrer kamen dazu. Es herrschte ein extremer Mangel an Nahrung, Heizung und Kleidung. Deshalb gab es nur stundenweise Unterricht im Cafè Zinke. Schließlich wurden nur noch Hausaufgaben abgeholt. Engagierte Lehrer schrieben neue Lehrpläne, die für das Land Sachsen als vorbildlich angesehen wurden.
Die Lehrer der Hellerauer Schule besannen sich auf die humanistischen und kreativen Traditionen
Helleraus. Sie fühlten sich verpflichtet, dieses Gut zu bewahren. Diese Bemühungen brachte sie
immer mehr in Konflikte mit dem Ministerium für Volksbildung und dessen Kontrollmechanismen. Von
Jahr zu Jahr wurden die Freiräume für individuelles Arbeiten kleiner.
Am deutlichsten spürten das Schüler und Lehrer bei den abzurechnenden Aktionen zur militärischen Nachwuchsgewinnung und beim FDJ - Studienjahr. Trotz dieser angeordneten Aktivitäten versuchten die meisten Pädagogen diese Arbeit so zu gestalten, dass sie den Schülern auch Freude bereiteten, humanistische Inhalte vermittelte und eigene Ideen untergebracht werden konnten. Die Reglementierung nahm in den 80er Jahren ständig zu, repräsentiert durch linientreue Vorgesetzte auch an dieser Schule. Das führte zu vielen Konflikten im Kollegium und zwischen den Schülern. Für sie blieb trotz der Vereinheitlichung der Schullandschaft die Hellerauer Schule immer etwas Besonderes. Veränderungen seit 1990Von veränderten historischen gesellschaftlichen Verhältnissen und aus der Geschichte Helleraus wurden neue pädagogische Vorhaben abgeleitet. Viele Modelle, die direkt nach der "Wende" unter der Leitung des damaligen Schulleiters Herrn Faßhauer entstanden (bspw. die Idee einer zehnklassigen Gesamtschule) mussten verworfen werden. Mit Verabschiedung des neuen Schulgesetzes im Freistaat Sachsen entstand aus der 10 - klassigen 84. Polytechnischen Oberschule die 84. Grundschule für die Klassen 1 - 4 und die Außenstelle der 85. Mittelschule für die Klassen 5 – 10. | |||||||||||||||